Sonntag, 13. August 2017

Jetzt kann Weihnachten kommen

 Jedes Jahr im Sommer gibt es in unserem Garten so viele Kiefernzapfen, dass wir gar nicht wissen, wohin damit. Einen Teil verwende ich regelmäßig für die Weihnachtsdekoration. Und auch, wenn ich nicht alle Zapfen zum Dekorieren verbrauchen kann, so freue ich mich doch immer über neue Anregungen. Dieses Jahr habe ich neue Ideen in dem Buch "Die Weihnachtsmanufaktur" von Bloom's gefunden.
 Man kann sich ja nicht früh genug mit Weihnachten beschäftigen. In dem Werkbuch stellen Floristmeister Klaus Wagener und sein Team auf 144 Seiten und in sieben Kapiteln jede Menge dekorative Gestaltungsvorschläge für die Adventszeit vor. Die rustikalen Ideen zum Thema Zapfen haben es mir natürlich besonders angetan. Da habe ich gleich losgelegt und schon das erste Werkstück nachgearbeitet. Das zeige ich am Ende dieses Posts.
 Zunächst aber gibt es noch einen kleinen Blick in "Die Weihnachtsmanufaktur". Da gibt es zum Beispiel ein ganzes Kapitel, das sich mit Äpfeln beschäftigt. Inspiriert von der nordischen Weihnacht wird der traditionelle rot-grüne Farbkontrast hier mit ganz neuen Ideen aufgepeppt. So werden die roten Früchte zum Beispiel mit Wachs haltbar gemacht. Ein Basteltipp, den ich bestimmt auch noch ausprobieren werde. Schließlich habe ich schon im vergangenen Winter mit Wachs experimentiert.
 Sehr gut gefallen mir auch die verschiedenen Anregungen mit Wolle und Filz, auch wenn diese Materialien kein eigenes Kapitel bilden. Da gibt es jedoch beim Thema Amaryllis Vorschläge, wie man mit Wolle und Filzbandumwickelungen die vornehme Weihnachtsblume schön in Szene setzen kann.
Mit Wolle haben die Floristen auch im Kapitel Wintergrün gearbeitet. Auch hier sind die traditionellen Weihnachtsfarben Rot und Grün frisch kombiniert. Mich juckt es schon in den Fingern, einige Zweige der Scheinzypressenhecke vom Nachbarn abzuschneiden, um diese hübschen Kerzengestecke nachzuarbeiten, aber noch ist ja Sommer. Da muss ich wohl noch etwas Geduld haben.
 Geduldig muss ich wohl auch auf die Blüte der Christrose im Garten warten. Dann aber werde ich mir das entsprechende Kapitel noch einmal genauer anschauen. Es gibt außerdem Anregungen zum Dekorieren mit Nüssen und mit Ilexbeeren. Letztere kommen hier in der Region leider nicht so häufig in freier Natur vor. Dafür aber gibt es jede Menge Zapfen. Und weil ich heute Zeit hatte, habe ich schon mal losgelegt und einen Teil verarbeitet.
Noch ist es zu früh für eine Dekoration mit winterlichen Alpenveilchen. Da aber die Herbstanemonen gerade so schön blühen und ebenfalls sehr gut zum Zapfenthema passen, habe ich mein Zapfengesteck damit dekoriert.
Ich empfehle "Die Weihnachtsmanufaktur" jedem, der gerne mit Materialien aus dem Garten und der Natur arbeitet und neue kreative Ideen für die Adventszeit sucht.

Das Rezensionsexemplar wurde mir von Bloom's zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Sommerliche Tischdeko mit Getreide

 Im Juli wird das Getreide geerntet. Auch in unserer Obstbauregion gibt es hier und da einige Getreidefelder. Beim Wandern hat es mich doch sehr in den Fingern gejuckt, eine Handvoll Halme abzuschneiden, um daraus eine sommerliche Tischdekoration zu basteln. 
Nein, ich habe nicht einfach auf dem Feld die Ähren geschnitten. Ich habe gewartet, bis das Getreide gemäht wurde und dann an den Feldrändern geschaut, ob dort noch einige Halme stehengeblieben sind.
 Diese wenigen Ähren haben für meine Dekoration völlig ausgereicht. Das Getreide, das ich verwendet habe ist übrigens Gerste. Die Deko-Idee stammt nicht von mir. Ich habe so eine ähnliche Anleitung auf Pinterest entdeckt. Dort war zwar von Weizen die Rede, aber Weizen hat keine Grannen - also diese langen Borsten.
 Für meinen bunten Gerstenstrauß habe ich jeweils fünf Halme mit Baumwolle in verschiedenen Farben umwickelt. Diese Sträußchen stellt man alle zusammen in eine Vase oder eine Glasflasche und schon hat man eine langlebige Sommerdekoration.
 Auch Teelichgläser lassen sich mit Gerstenähren sommerlich dekorieren. Dazu muss man die Ähren knapp unter dem "Kopf" abschneiden. Die ursprüngliche Idee war es, ein Gummiband über das Teelichtglas zu stülpen und die Ähren darunter festzuklemmen. Leider hat das nicht so gut funktioniert, weil das Gummiband an dem konischen Glas immer wegflutschte, sobald ich zwei bis drei Ähren druntergeschoben habe.
 Die nächste Idee war, das Teelichtglas zunächst mit doppelseitigem Klebeband zu umwickeln, um die Ähren daran festzukleben. Auch das hat nicht wirklich funktioniert, weil die Ähren immer wieder abgefallen sind, sobald ich eine Handvoll angesetzt hatte.
 Schlussendlich habe ich die Ähren Stück für Stück an das Glas angesetzt und drumherum mit Tesafilm festgeklebt. Das sieht auf den ersten Blick nicht besonders dekorativ aus - hält aber.
 Damit man den Tesafilmstreifen nicht so sieht, habe ich ihn mit bunter Wolle breit umwickelt.
 Das Ende des Fadens steckt man einfach unter die übrigen Fäden, um es zu befestigen.
 Da die Teelichtgläser mit der gleichen Baumwolle umwickelt wurden wie die Ähren, passen sie als Tischdekoration ganz gut zueinander. Auch die quadaratischen Waschlappen wurden aus der gleichen Wolle gehäkelt. Sie dienen hier als Untersetzer.
 Und das Beste an dieser Dekoration ist: Sie hat mal wieder so gut wie nichts gekostet und ist daher ein weitere Anregung für meine Low-Budget-Rubrik.

Samstag, 22. Juli 2017

Dauerblüher und Selbstausäer

 Dieses Jahr ist ein wahres Stockrosenjahr. Wenn eine Pflanze wunderbar und dauerhaft bis zum Herbst blüht, dann die Stockrose. Durch Selbstaussaat hat sie sich ganz gut im Garten etabliert. Und zum Glück werden die Pflanzen von den Schnecken verschmäht, die uns diesen Sommer ganz extrem heimgesucht haben.
Inzwischen gibt es Stockrosen in ganz verschiedenen Farben in unserem Garten. Nur die schwarze Sorte ist leider verschwunden.
 Auch die Karden blühen recht üppig - so sehr, dass sie sich mit ihren vielen, schweren Köpfen zu Boden neigen. Die Schnecken mögen sie ebenfalls nicht, dafür aber umso mehr die Bienen und Hummeln. Auch Karden vermehren sich recht gut durch Selbstaussaat. Man muss ein wenig aufpassen, dass es nicht zu viele werden.

 Von den Dahlien hat es in diesem Sommer tatsächlich nur die rote Sorte geschafft. Die pinkfarbene, die ich jetzt schon so viele Jahre hatte, wurde radikal von den Schnecken gefressen. 
Farblich perfekt passen die Montbretien dazu. Ich hatte vor zwei Jahren einen ganzen Haufen an verschiedene Stellen gesetzt. So richtig gut sind sie nirgendwo gewachsen. Erstaunlicherweise sind in diesem Jahr aber diejenigen am besten ausgetrieben, die ich ins karge Beet unter die Schwarzkiefer gesetzt hatte. Hier wachsen übrigens auch die Karden am besten.
 Ebenfalls als Dauerblüher entpuppten sich die beiden Geranium nodosum, die ich im April unter die Quitte gepflanzt hatte.Sie blühen nun schon seit Anfang Juni unermüdlich. Besonders filigran sind ihre Samenstände.
 Ein anderer Dauerblüher ist das Geranium "Rozanne", dass ich im Frühjahr spontan an eine andere Stelle im Beet umgesetzt habe. Jetzt bekommt es etwas mehr Sonne ab und das scheint ihm zu gefallen.

Damit Rozanne und auch die Taglilien, die im Herbst 2016 neu ins Terrassenbeet kamen, etwas mehr Platz haben und mehr Sonne abbekommen, habe ich den Frauenmantel, der daneben wächst, zurückgeschnitten. Beim genauen Hinschauen treiben jedoch schon wieder die ersten Blätter aus. So wird sich hoffentlich die entstandene Lücke im Terrassenbeet bald wieder schließen. Damit sie nicht so auffällt, habe ich zwei Topfgeranien hineingestellt. Mit der Blüte scheint es in diesem Jahr bei den Taglilien nämlich noch nichts zu werden.

Samstag, 8. Juli 2017

Sommer

 Sommer, du bist nicht meine liebste Jahreszeit. Irgendwie kann ich mich an deine Hitze nicht gewöhnen. Ich werde dann so träge und es fällt mir schwer, etwas zu tun.
 Heute zeigt sich der Sommer auch noch von seiner stürmischen Seite. Schon mehrfach hat der Wind meine Semperviven-Sammlung auf dem Tisch umgefegt. Zum Glück ist noch kein Topf zerbrochen. Die Dosen sind wenigstens nicht zerbrechlich.
 Beim Gewitter vorgestern Nacht wurde der Semperviven-Kranz vom Tisch gefegt. Er sieht jetzt ziemlich zerrupft aus und ich überlege, ob ich ihn neu mache, da das Moos inzwischen auch noch ganz schwarz geworden ist.
Aber der Sommer hat auch ein paar angenehme Seiten, das gebe ich ja zu. Zum Beispiel ernte ich derzeit jeden Tag an unserer Himbeerhecke. Die meisten Beeren habe ich eingefroren, um dann nach und nach Marmelade aus den Früchten zu kochen. 
 Und da wir in diesem Herbst vermutlich keine Quitten ernten können - es sind kaum welche gewachsen - ist mir die Himbeerernte umso wertvoller.
 Der Frauenmantel blüht und blüht. So langsam verblüht er und fällt auch auseinander. Ich werde ihn in den nächsten Tagen zurückschneiden, damit er noch einmal neu austreiben kann. Doch im Moment ist es einfach noch zu schade, ihn abzuschneiden.
 Schön ist es natürlich auch, dass man im Sommer draußen sitzen kann - besonders am Abend. Der Hitze sei Dank, dass sie doch für etwas gut ist.
Ich wünsche allen Lesern einen schönen Sommer!

Freitag, 30. Juni 2017

Der Sommer 2017 ist ein Schneckensommer

So schön wie in diesem Jahr hat die Hortensie Pink Annabelle noch nie geblüht. Die dicken rosa Blütenbälle bilden vor der Bambushecke (die ja die Garagenwand verschwinden lassen soll) eine wunderbare Kulisse für Muskatellersalbei, weiße Spornblume und Argentinischem Mannstreu.
 Wir haben in diesem Jahr im Wiesenbeet mal was Neues ausprobiert, nachdem Duftnesseln und Monarden nicht mehr austreiben wollten. Die distelähnlichen Mannstreupflanzen kommen hoffentlich besser mit dem trockenen und sandigen Boden zurecht.
 Der Muskatellersalbei hatte ja bereits bewiesen, dass er in diesem Beet ganz gut wächst. So üppig wie vor zwei Jahren blüht die neue Sorte jedoch nicht.
Und auch die Pflanzen, die wir aus Samen gezogen haben, machen in diesem Jahr Probleme.
Kein Wunder, denn sogar sie leiden an dem extremen Schneckenbefall in diesem Jahr.
 Als Abwehrmaßnahme gegen Schnecken haben wir es mit Kartoffeln und Kaffeesatz probiert. Dazu werden halbierte Kartoffeln um die Pflanzen herum ins Beet gelegt. Die Schnecken haben sich auch gleich auf die Kartoffeln gestürzt, sodass man sie darunter ganz gut absammeln konnte.
 Wir haben in diesem Jahr allerdings extrem viele Schnecken - so viele, dass man sie kaum alle absammeln kann. Und dann stellt sich ja auch die Frage, wohin damit. Ich habe den Eindruck, dass sie den Kompost genauso schnell wieder verlassen, wie man sie dorthin bugsiert hat. Die kleinen Funkien sehen jedenfalls nicht gut aus.
Und auch die Dahlien nicht, die bisher meist Mitte Juli schon mit der Blüte begonnen haben. Davon sind sie in diesem Sommer noch weit entfernt.
 Doch zum Glück gibt es noch solche Lichtblicke wie die Stockrosen, die von den Schnecken verschmäht werden. (Den Malvenrost haben wir im vorigen Jahr ganz gut in den Griff bekommen, aber das ist eine andere Geschichte).
Und die Pink Annabelle ist natürlich auch ein Lichtblick. Wer hätte gedacht, dass sie so schön blühen kann?

Sonntag, 18. Juni 2017

DIY - Eine Tasche aus Filz

 Ich brauchte mal eine kleine Tasche, die zu meinen blauen und schwarzen Sachen passt. Also habe ich mir geschwind eine selbst gefilzt. 
So eine kleine Filztasche mit Wickelverschluss ist im Prinzip Anfängertechnik. Die Tasche wird um eine Schablone aus Noppenfolie herum gefilzt. In der gleichen Technik werden zum Beispiel auch Kissenhüllen hergestellt. Das Besondere an dieser Tasche ist die Oberflächenstruktur.
Eine Art Relief entsteht durch das Einfilzen von Filzschnüren und Wollfäden. Durch die Mischung von zwei verschiedenen Wollsorten - dunkelblauer Vlieswolle und feiner schwarzer Merinowolle - wird die Tasche stabiler. Und sie passt gleichzeitig zu Blau und Schwarz. Eigentlich sollte sie rein schwarz werden, doch die schwarze Merinowolle hat erstens nicht für eine komplette Tasche gereicht. Und zweitens wäre sie viel zu fein gewesen.
Um die schwarze Schattierung zu erhalten, habe ich die gesamte Tasche am Ende mit einer Schicht schwarzer Wolle komplett abgedeckt. Erst nach dem Trocknen wurden die feinen Wollfäden sichtbar, die ich darunter eingefilzt habe. Sehr schön sieht man jetzt auch, wie sich die blauen und schwarzen Fasern ineinander verwoben haben.
Innen habe ich ein Zwischenfach in der blauen Grundfarbe eingefilzt. Hier sieht man, dass die blaue Vlieswolle allein eher violett wirkt. Gemischt mit der schwarzen Wolle wirkt sie dunkelblau.
Insgesamt ist die Tasche nicht sehr groß. Smartphone, Brille, Tempos und Geldbörse passen aber locker hinein. Aus der selben Wolle habe ich übrigens vor sechs Jahren schon einmal eine Tasche gefilzt - damals war es eine Umhängetasche.
Alle, die es genauer interessiert, wie man so eine kleine Tasche filzt, können sich gerne mein neues Video anschauen. Da zeige ich wie die Oberfläche gestaltet wird und wie das Innenfach in die Tasche kommt.